Lilith Baumweltensaga I Leseprobe Freyja Baumweltensaga II Leseprobe
 

Lass uns, ohne noch mehr Zeit zu verlieren, hinaus aufs Feld der Literatur gehen: dort soll die Frauenstadt auf einem fetten und fruchtbaren Boden errichtet werden, dort, wo alle Früchte wachsen, sanfte Flüsse fließen und die Erde überreich ist an guten Dingen jeglicher Art.
(Christine de Pizan, Das Buch von der Stadt der Frauen, 1405)

Dafür, dass der Frauenanteil im realen Leben der Menschheit fünfzig Prozent beträgt, ist ihre Präsenz in den klassischen Bildungsbereichen vergangener Jahrhunderte wirklich dünn. Keine bahnbrechende und neue Erkenntnis, die glücklicherweise schon vor langer Zeit gedacht wurde, bereits Wirkung zeigt und Früchte trägt. Denn wenn ich das Brockhaus-Lexikon der 80er/90er Jahre mit den wikipedia Einträgen der Jetztzeit vergleiche, ist die Entwicklung durchaus erfreulich zu nennen. Schauen wir bei den tradierten Mythologien genauer hin. Mythen bedienen sich Bilder um ihre Geschichten zu erzählen und verweisen in ihrer Sinnhaftigkeit immer über den dargestellten Sachverhalt hinaus. Denn wer würde ernsthaft glauben, dass selbst ein Gott wie Zeus es unbeschadet überstehen könnte, wenn man ihm den Schädel spaltet, damit er seine Tochter Athene zur Welt bringt. Und überhaupt: ein Mann bekommt ein Kind? Das Unbewusste rebelliert nicht, sondern verschlingt diese und andere Bilder willig, die ihnen Mythen vorgeben und lagert sie als „Bodensatz“ der Bildung ab. Wie oft wurden sie nicht alle beschrieben oder gemalt? Agamemnon, der Sieger über Troja, Odin, der Wolf von Asgard oder Zeus, der Göttervater vom Olymp. All diese Namen erzeugen doch umgehend Vorstellungen von muskelprotzenden Kämpfern und Siegertypen. Dagegen reicht Demeter, die Göttinnenmutter, bis in die Gegenwart gerade noch als Ikone für Ökos, die die Welt mit Biogemüse retten wollen.


Rhea, als griechische Titanin, fällt gleich raus aus der Bewusstseinskette. Und die Amazonen? Man raunt, sie seien ein Mythos…
„Es hat[…] den Anschein, daß für dich jede Äußerung eines Philosophen den Status eines Glaubensgrundsatzes hat und du es für ausgeschlossen hältst, daß auch sie irren könnten. Was die Dichter angeht, von denen du sprichst: weißt du denn nicht, daß sie schon oft nichts anderes als Ammenmärchen verbreitet haben und zuweilen das Gegenteil von dem meinen, was sie in ihren Schriften kundtun? Aber man bekommt sie mit Hilfe einer rhetorischen Figur zu fassen, die »Antiphrase« heißt; wie du weißt, bezeichnet sie den Sachverhalt, daß man jemanden als schlecht bezeichnet, in Wirklichkeit aber meint, er sei gut, und umgekehrt. Deshalb rate ich dir, ihre Werke in deinem Sinne zu lesen und die frauenfeindlichen Passagen, in welcher Absicht auch immer sie verfaßt sein mögen, so zu verstehen.“
Diese Gedanken bringt Christine de Pizan schon im Jahr 1405 in "Das Buch von der Stadt der Frauen" zu Papier. (Orlando Verlag, Berlin 1986, S. 40)
Willkommen in der Baumweltensaga!


G ott ist schwarz und eine Frau. Sie heißt Lilith und lebt in Asgard als Weltenchronistin in einer friedliebenden, aber wehrhaften Gemeinschaft rund um die Weltenesche Yggdrasil. Als Ariman, Liliths Zwillingsbruder, Asgard überfällt und den Weltenthron fordert, stellt sie sich ihm entgegen und gerät durch Verrat in der eigenen Familie in Lebensgefahr. Da verbünden sich die Baumwelten unter Führung der trinkfesten Eulenfrau Mahhara und einer ziemlich netten Hexe names Kundrie und schlagen zurück. In „Lilith“ erhält der nordische Götterhimmel Verstärkung durch Figuren aus der sumerischen Mythologie und neue phantastische Wesen..


M ysteriöse Alpträume plagen Freyja, die Anführerin der Nordlande. Die anstehenden Nerthus-Spiele, bei denen sich eine bunte Mischung aus nordischen Gottheiten, Fabelwesen der Südsee, extraterrestrischen MitstreiterInnen und Assassinas aus Mittelost u.a. im sportlichen Wettkampf messen, versprechen spannende Ablenkung. Doch dann wird Freyja von der Vergangenheit eingeholt und sie merkt, dass es um viel mehr geht als nur um den Gewinn des Superpokals. Plötzlich ist Freyjas Heimat in Gefahr. Gemeinsam mit der optimistischen Hexe Kundrie, der zynischen Eulenfrau Mahhara und der obersten Göttin Lilith macht sie sich auf, die Gemeinschaft der Baumwelten zu retten.
Mit "Freyja" geht der Kampf gegen die drohende Zerstörung der Baumwelten in die nächste Runde. Ein sagenhaftes Epos voller Magie, unvorhersehbaren Wendungen, Fabelwesen aus aller Welt, voller göttlichem Humor und nerviger Zwerge..


B arbara Fischer
„Lilith“ Baumweltensaga I
2. erweiterte und überarbeitete Auflage, Dezember 2019
16,90 €
print ISBN: 978-3-95996-147-9
epub: 978-3-95996-148-6
Edition Drachenfliege:
www.fantasy.periplaneta.com


B arbara Fischer
„Freyja“ Baumweltensaga II
März 2020
14,90 €
print ISBN: 978-3-95996-149-3
epub ISBN: 978-3-95996-150-9
Edition Drachenfliege:
https://www.periplaneta.com/Produkt/kuenstler/barbara-fischer/freyja/